Praxisklinik im Merianforum - Zahnärzte Prof. Dr. Dr. M. Farmand, Dr. F. Farmand, Dr. Kaindl

Behandlung von Zahnfleischerkrankungen (Parodontose)

Parodontitis

Bei der Parodontitis (Endung „-itis“ steht lat. für Entzündung – im Volksmund aber auch Parodontose genannt) handelt es sich um eine entzündliche, meist bakterielle und systemische multifaktorielle Erkrankung des gesamten Zahnhalteapparates. Hierzu gehören folgende Gewebe: Zahnfleisch, Faserbandapparat, Bindegewebe und Knochen.
Im Gegensatz zu einer Karies oder Wurzelentzündung macht sich die Erkrankung meist nicht durch eine gewisse Schmerzsymptomatik bemerkbar. Statistisch gesehen sind mittlerweile ca. 70-75% aller Patienten von unterschiedlichen Formen (aggressive/chronische/adulte/juvenile) der Parodontitis betroffen.

Gingivitis

Die Krankheit verläuft in Schüben, beginnt häufig mit leichten entzündlichen Veränderungen des Zahnfleisches (Schwellung, Rötung), stärkeres Bluten zu Anfang ist eine der häufigsten Formen hierbei.

In erster Linie sind es häufig Bakterien, die sich an die Plaque (Zahnbelag) anhaften und im Bereich der Zahnfleischtaschen für eine zunächst oberflächige Entzündung sorgen. Jene anfängliche und relativ einfach zu therapierende entzündliche Veränderung nennt man „Gingivitis“. Die Bakterien bilden nach einer gewissen Zeit einen gewissen „Biofilm“ (= festes Gefüge von Bakterienkulturen). Sie dringen im Laufe der Zeit weiter in die Tiefe der Zahnfleischtasche vor und sorgen damit für eine Zerstörung des Faserbandapparates, im fortschreitenden Prozess folgt der Abbau des Bindegewebes und des Knochens. So kann aus einer anfänglichen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) eine Parodontitis entstehen.

Dies hat letztlich zur Folge, dass die Zähne beweglich werden und sich soweit lockern können, dass im schlimmsten Falle nur noch eine Extraktion des Zahnes übrig bleibt.

Doch nicht nur die eigentliche Entzündung am Zahnhalteapparat mit Folge eines Zahnverlustes kann Folge einer Parodontitis sein, sondern die Bakterien haben – durch die Zirkulation im Blutkreislauf – ganz allgemein Auswirkungen auf den Gesamtorganismus des Menschen. Eine nicht unerhebliche Korrelation zwischen einer Parodontitis und folgenden Krankheiten sind mittlerweile durch zahlreiche klinischen Studien belegt: Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Krankheiten (Herzinfarkt, Schlaganfall), Schwangerschaft (Frühgeburten).

Neben einer genetischen Disposition sind weiterhin einzelne Risikofaktoren von entscheidender Bedeutung:

  • Schlechte Mundhygiene
  • Rauchen
  • Stress (Bruxismus - Zähneknirschen)

Aufgrund des multifaktoriellen Krankheitsbildes sollte eine Parodontitis unbedingt behandelt werden. Das oberste Ziel besteht nach wie vor in der Elimination des bakteriellen Biofilms und das Erreichen von Entzündungsfreiheit. Dadurch kann sich der Faserbandapparat regenerieren und für eine wieder fortschreitende Stabilität des Zahnes sorgen. Man nennt jenes Attachmentgewinn.

Wir bieten Ihnen eine Vielzahl von Konzepten in unserer Praxis an: Mechanische Reinigung (Full-Mouth-Desinfection), Ultraschallreinigung, Lasertherapie, etc. Aufgrund der unterschiedlich ausgeprägten  starken Schädigung der Bakterien (unterschiedliche Virulenz) ist in vielen Fällen eine gezielte Antibiotikatherapie indiziert. Hierfür ist es sehr sinnvoll, vorab einen Bakterientest durchzuführen. In speziellen Fällen können auch weiterführende parodontal-chirurgische Maßnahmen (gesteuerte Geweberegeneration, Lappenoperationen) notwendig sein.

Eine Parodontitis ist leider nicht nach erfolgter und erfolgreicher Therapie komplett geheilt. Zahlreiche immunologische Prozesse spielen eine entscheidende Rolle, dass es weiterhin zu geringem weiteren Knochenabbau kommt.

PZR – Professionelle Zahnreinigung

Ausschlaggebende Faktoren für den langfristigen Erfolg des Zahnerhalts sind die unabdingbare Motivation und Mitarbeit des Patienten. Wir bieten unseren Patienten eine regelmäßige Nachsorge – ein sogenanntes Recall in unserer Praxis an. Aber auch selbstständig adäquat durchgeführte Mundhygienemaßnahmen seitens des Patienten sind für den Erfolg immens wichtig.

Im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung (PZR) können anfängliche Entzündungen gut und vollständig behandelt werden. Aber auch gerade für Patienten mit Parodontitis ist die PZR unverzichtbar, um gründlich die vorhandenen Taschen zu reinigen.

Langjährig kontrollierte Studien belegen, dass dadurch die Zähne langfristig erhalten werden können und auch die allgemeinen gesundheitlichen Risiken deutlich gesenkt werden.

Wir beraten Sie hierzu sehr gerne ausführlich in unserer Praxis.