Praxisklinik im Merianforum - Zahnärzte Prof. Dr. Dr. M. Farmand, Dr. F. Farmand, Dr. Kaindl

Zahnersatz und Zahnerhaltung

Unsere Zähne sind wohl eines der hauptbeanspruchtesten Gebiete des ganzen Körpers.

Sie sind täglich hohen Belastungen beim Essen und Kauen ausgesetzt, müssen diverse Temperaturschwankungen aushalten, zahlreichen Säure- und Zuckerangriffen standhalten und sollen darüber hinaus jeden Tag mit einem  Lächeln bezaubern.

Die Karies ist als multifaktorielle Erkrankung anzusehen, bei der v.a.  vier entscheidende Faktoren zusammenwirken müssen:

  1. Wirt (= Zahn)
  2. Mikroorganismen (Bakterien: Hauptkarieskeim = Streptokokkus mutans - Plaque)
  3. Kohlehydrate (Zucker)
  4. Zeit

In Abhängigkeit von diesen Faktoren gibt es unterschiedliche Stufen einer Kariesentwicklung, welches sich auch in der jeweilig unterschiedlichen Therapie wiederspiegelt.

Eine oberflächige sogenannte Initialkaries lässt sich häufig als kleinere, weißliche Entkalkung feststellen. Dabei befindet sich die kariöse Läsion nur im Schmelzbereich. Eine solche Läsion ist mittels Fluoridierungsmaßnahmen z.T. noch reversibel.

Im weiteren Stadium jedoch kommt es zu einer Zerstörung der Zahnhartsubstanzen im Schmelz- u. Dentinbereich. Meist zeigt sich auch erst in diesem Stadium ein gewisser Schmerzeffekt als Antwort auf eine Reizung des Zahnnerven, auch die Empfindlichkeit auf kalt oder heiß nimmt deutlich zu. Man spricht hier von einer „reversiblen Pulpitis“. In diesem Falle ist es notwendig, die Karies mechanisch zu entfernen und den entstandenen Defekt wieder mittels geeigneter Füllungsmaterialien zu versorgen. Abhängig von der Größe der Läsion und den ästhetischen Ansprüchen stehen verschiedene Restaurationsmaterialen zu Verfügung. Hier lässt sich zwischen einer direkten Versorgung mit einem geeignetem Füllungsmaterial (Ionofil, Komposit) oder auch indirekten, laborgefertigten Restaurationen (Keramik, Gold) unterscheiden.

Ein noch weiteres Fortschreiten der Karies bewirkt, dass es zu einer Entzündung des Zahnnerven kommen kann. In diesem Stadium spricht man auch von einer „irreversiblen Pulpitis“, d.h. es muss eine Wurzelkanalbehandlung (Endodontie) durchgeführt werden. Auch hier wird nach erfolgter Entfernung des Nervengewebes und maschineller Reinigung der Kanäle eine Füllung in den Kanal eingebracht. Sogenannte Guttaperchastifte dichten die Kanäle zirkulär und in toto bis zu Wurzelspitze ab.

Anhand einer modernen und anspruchsvollen Technik sowie durch hochqualitative Materialien, ist es möglich, eine Vielzahl sehr tief kariöse oder durch große Defekte zerstörte Zähne zu erhalten.